BDS actions in Basel, Switzerland

July 8, 2010

9. Juli 2010: 5. Jahrestag des Aufrufs der palästinensischen Zivilgesellschaft zum Boykott gegen Israel.

Seit Jahrzehnten reiht sich im Nahen Osten eine Friedensinitiative an die andere ohne einer gerechten Lösung einen Schritt näher zu kommen. Im Gegenteil: Die Kolonialisierung des besetzten Westjordanlandes geht weiter und mittlerweile sind 42 % von Israel besetzt worden, die Abriegelung wird perfektioniert (Mauerbau, Checkpoints) und Zunahme der Armut geht weiter (Westjordanland, Gaza), die Diskriminierung und Repression gegen die PalästinenserInnen in Israel wird schlimmer, etc. Trotzdem konnten sich weder die UN, noch die EU, das Nahostquartett, die Arabische Liga oder die Palästinensische Autonomiebehörde zu wirksamen Massnahmen entschliessen. Die Empörung und Frustration über diese Situation gab in der palästinensischen Zivilgesellschaft den Anstoss nach neuen Wegen zu suchen, um Gerechtigkeit und Frieden zu erlangen.

Inspiriert von der südafrikanischen Boykottbewegung gegen das Apartheidregime riefen über 170 palästinensische Organisationen in den besetzten Gebieten, in Israel und in der Diaspora am 9. Juli 2005 zu Boykott, Desinvestition und Sanktionen (kurz BDS) gegen Israel auf, bis dieses die Besatzung der Westbank und die Blockade Gazas beendet, die Grundrechte der arabisch-palästinensischen Bevölkerung Israels auf vollständige Gleichberechtigung anerkennt und ebenso das Recht der palästinensischen Flüchtlinge auf Rückkehr zu ihren Wohnstätten und ihrem Besitz, wie in UN-Resolution 194 vereinbart.

Wenn sich Hafenarbeiter in Südafrika und Kalifornien weigern, Ladungen israelischer Waren zu löschen, wenn die US-amerikanische Philosophin Judith Butler, der britische Regisseur Ken Loach und andere Künstler und Intellektuelle zum Boykott der israelischen Apartheid aufrufen; wenn französische und spanische AktivistInnen bei H&M einmarschieren, nachdem die Textil-Kette in Jerusalem eine Filiale eröffnet hat, wenn der Pensionsfonds der norwegischen Regierung seine Investitionen aus dem israelischen Unternehmen Elbit zurückzieht, das an der Errichtung der illegalen Mauer in der Westbank beteiligt ist – dann ist die internationale Kampagne B(oycott) – D(ivestment) – S(anctions) (BDS) am Werk.

Die kanadisch-jüdische Publizistin und Menschenrechtsaktivistin, Naomi Klein, meint zu diesem Boykott: „Es ist Zeit, längst ist es überfällig. Um die zunehmend blutige Besetzung zu beenden, ist es die beste Strategie, Israel zur Zielscheibe der selben Art globaler Bewegung zu machen, die der Apartheid in Südafrika eine Ende setzte.“ Sie ist nur eine der zahlreichen jüdischen Stimmen, die BDS als wirkungsvolle, gewaltfreie Bewegung unterstützen.

Auch führende palästinensische Christinnen und Christen fordern in ihrem Aufruf Die Stunde der Wahrheit: ein Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe aus der Mitte des Leidens der Palästinenser und Palästinenserinnen „endlich ein System wirtschaftlicher Sanktionen und Boykottmassnahmen gegen Israel einzuleiten…. Wir (halten) Boykottmassnahmen und den Abzug von Investitionen für friedliche Werkzeuge, um Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit für alle zu erreichen.

In der Schweiz und international werden am 9. Juli verschiedene Aktionen stattfinden, die über die BDS-Kampagne informieren.

Palästina-Solidarität Region Basel, Postfach 4070, 4002 Basel, www.palaestina-info.ch
Spenden auf PC 40 – 756856-2

I'm a teacher, writer, and activist based in Bangalore. I am dedicated to various issues including #BDS and Palestine, living Zero Waste, and reversing the effects of climate change.

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